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Standpunkt

Drohnen in der Fotografie

In den letzten Jahren werden Drohnen zunehmend in der Fotografie eingesetzt. Luftaufnahmen von Gebäuden und Industrie und vor allem im Reise-, Outdoor- und Sportbereich – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und der Betrieb dieser unbemannten Luftfahrzeuge (UAV) vergleichsweise einfach.

  • What makes drone photos so special?
  • Which drone do I use for what?
  • What's important to know?
  • The right preparation
  • Weather conditions and visual flight rules
  • National Parks and other 'restricted areas'
  • New regulations 2020
  • HDR photography, editing and prints

Was macht Drohnenfotos so besonders?
Ich mietete eine Drohne für meine erste Reise nach Island, ohne vorher viel geflogen zu sein. Ich hatte Bilder gesehen und wusste, dass es eine große visuelle Bereicherung sein würde. Aber was für ein großer Unterschied der Perspektivwechsel macht, erkannte ich zum ersten Mal, als ich in einem riesigen grauen Flussbett stand und nicht viel außer Kies und ein bisschen schmutzigem Wasser sah. Aber die Satellitenbilder auf Google Maps hatten mich ermutigt, die Drohne trotzdem dort fliegen zu lassen. Sobald ich ein paar Meter in der Höhe gewonnen hatte, erkannte ich, dass dies genau die richtige Entscheidung war. Der Fluss glitzerte in den absurdesten Blautönen vom schrägen Sonnenlicht und den reflektierenden Sedimenten, und das triste Grau des Kieses wurde schnell durch Moos- und Grasflecken verbunden. Was vorhin ziemlich langweilig aussah, sah plötzlich wie ein Gemälde aus.

 

Welche Drohne verwende ich für welche?
Es gibt verschiedene Arten von Drohnen, aber bei weitem die häufigsten sind die Multicopter. Vom Spielzeug mit dem Gewicht einer Tafel Schokolade bis hin zu einem schweren, großen professionellen Gerät mit sechs oder sogar acht Rotoren ist alles möglich! Nicht alle Drohnen haben eine Kamera, die wirklich fotografieren und filmen kann, viele der Spielzeuge und Sportgeräte haben oft nicht einmal eine Bildübertragung auf das Display der Fernbedienung. Einige Modelle verfügen über eine automatische Hinderniserkennung und eine “Return Home Function”. Die meisten Drohnen, die auch RAW fotografieren können, unterliegen seit 2020 den neuen Vorschriften der Deutschen Flugsicherung – um mit ihnen zu fliegen, benötigen Sie eine entsprechende Lizenz.
Persönlich verwende ich eine DJI Phantom 4 Pro V2 und eine DJI Mavic Pro 2, die Phantom ist eine relativ große Drohne, das Gehäuse mit allem Zubehör wiegt 5 kg und der Rucksack, mit dem ich die Drohne und meine Spiegelreflexkamera tragen kann, hat 80 Liter. Ziemlich viel Gepäck für eine Person meiner Größe. Trotzdem trage ich oft meinen “Großen” mit mir, vor allem in den Bergen oder auf Reisen. In Bezug auf die Flugstabilität, vor allem unter weniger als optimalen Bedingungen, ist es unschlagbar. Der “Kleine” wird vor allem für Produktionen verwendet, bei denen ein großer Rucksack keine Option ist – wie Klettersteig e.A. oder Skitouren. Beide Drohnen bleiben unter 2 kg Startgewicht und durften daher bis 2020 ohne Lizenz geflogen werden.

 

Was ist wichtig zu wissen?
Mit einer Drohne nehmen Sie offiziell an der Luftfahrt teil, also müssen Sie sicherstellen, dass Sie sich selbst, andere Menschen oder Tiere nicht gefährden. Die Technologie wird immer besser, die Drohnen fliegen weiter, höher und schneller. Als Ergebnis gibt es jetzt Vorschriften und Gesetze, die die Verwendung dieser Drohnen einschränken.

Die richtige Vorbereitung
Im Idealfall haben Sie bereits genau recherchiert, wohin Sie fliegen wollen und wie die örtlichen Bedingungen aussehen. Dazu gibt es einige sehr hilfreiche Apps: Map2Fly zeigt die Lufträume, Flughäfen, Naturschutzgebiete etc. für Deutschland auf einer Karte. Für Österreich benutze ich die App ‘Drone Info’ vom ÖAMTC und für die Schweiz ‘TCS Drohnen’. Die App ‘UAV Forcast’ zeigt sehr deutlich, ob die aktuellen Wetterbedingungen für das Fliegen ausreichen. Je nachdem, wo ich den Flug plane, ist es notwendig, die entsprechenden Berechtigungen zu erhalten. Und dann gibt es natürlich noch die physischen Bedingungen vor Ort: Gibt es hohe Bäume, Gebäude oder sogar Stromleitungen in der Nähe. Wenn die Drohne längere Zeit nicht verwendet wurde, wird empfohlen, im Voraus nach möglichen Updates zu suchen. Darüber hinaus sind die meisten Drohnen mit Lithium-Polymer-Batterien (liPo kurz) ausgestattet, die nach wenigen Tagen maximal 3/4 ihrer Kapazität entladen, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Ein gewisses Maß an Vorbereitung gilt als unentbehrlich.

 

Wetterbedingungen und sichtliche Flugregeln
Niemand kann leugnen, dass das richtige Licht entscheidend zur Wirkung eines Fotos beiträgt. Allerdings hat das Wetter in der Drohnenfotografie schon einmal eine große Rolle gespielt: Sind die Wetterbedingungen so, dass man überhaupt abheben kann? Die ‘UAV Forcast’ App ist ein guter Indikator, aber das Wichtigste sind die lokalen Bedingungen. Die beiden offensichtlichsten Probleme sind Regen und Wind. Der Regen stört nicht nur die Sensoren und kann auch dazu führen, dass die Drohne abstürzt, die Regentropfen, die sich auf der Optik sammeln, verursachen große verschwommene Flecken im Bild. Aber auch die Temperatur spielt eine Rolle – vor allem in Kombination mit Feuchtigkeit von Nebel, Regen, etc. Nicht nur, dass die Batterien nicht so lange halten wie gewohnt – im schlimmsten Fall friert die Drohne innerhalb kürzester Zeit ein und kann daher nicht mehr gesteuert werden.
In Deutschland gilt die regelgebende Regel, dass die Drohne nicht höher als 100 m oder nach neuen Vorschriften 120m oder immer Sichtkontakt mit der Drohne fliegen darf. Generell gelten die VFR – Visuelle Flugregeln oder in deutscher “Sichtflugbedingungen”, die auch für den normalen Flugverkehr gelten. Dazu gehören eine Flugsicht von 800m, Bodensicht und keine Wolken.

 

Nationalparks und andere “eingeschränkte Gebiete”
Über Naturschutzgebiete und Nationalparks zu fliegen ist in den meisten Ländern nur mit Sondergenehmigung möglich. Zu Recht, wenn man bedenkt, wie unangenehm die Geräusche für den Menschen sind – wir können verstehen, was passiert. Es gibt unzählige Drohnenaufnahmen von Tieren, die in Panik vor den Drohnen fliehen wollen. Was passieren würde, wenn die Drohne mit einer Vogelherde kollidiert, kann sich jeder vorstellen? Auch für Flugzeuge und Hubschrauber kann die Drohne gefährlich werden, stellen Sie sich einen Felssturz in der Größe einer Drohne auf der Autobahn vor… Deshalb zählt der Luftraum um Flughäfen, Flugplätze und Hubschrauber
Ausgangspunkte für den kontrollierten Luftraum und dürfen nur mit Genehmigung zum Start genutzt werden.

 

Neue Verordnungen 2020
Mit Hilfe von Drohnen kann nun praktisch jeder Fotografieren machen, die bisher nur mit dem Hubschrauber möglich waren. Die Multicopter sind stabil in der Luft, folgen Ihnen auf Kommando und vermeiden Hindernisse unabhängig – fliegen war noch nie so einfach. Fast zu einfach, wie es manchmal scheint. Jeder Abenteurer, der gerne fotografiert, besitzt eine Drohne und trägt sie an die schönsten und entlegensten Orte, unabhängig davon, was um ihn herum geschieht. Mit den neuen Verordnungen, die ab Juli 2020 verbindlich sein werden, wird sich das ändern. Die Prüfungen, die Sie ablegen können und müssen – um die entsprechende Erlaubnis zum Aufstieg zu bekommen – sind sicherlich ein Fluch für diejenigen, die es professionell tun. Lizenzen, Genehmigungen und Prüfungen kosten letztlich viel Zeit und Geld. Andererseits ist es eine Notwendigkeit, wenn man die Nachlässigkeit sieht, mit der viele die Vorschriften ignorieren, ohne über die Folgen nachzudenken.
Ab sofort werden Drohnen nach Gewicht, Betriebsort und Betriebszweck in drei Kategorien eingeteilt – offene Kategorie, spezifische Kategorie und zertifizierte Kategorie. Die meisten auf dem Markt frei erhältlichen Drohnen fallen in die offene Kategorie und sind dementsprechend weiter in die 5 Klassen C0 – C4 eingeteilt. Kurz gesagt, alles, was mehr als 250g wiegt, benötigt eine Lizenz mit Überprüfung. Im ersten Moment fluchte ich innerlich. So eine Schikane – ich habe mehr als 30 Stunden in der Luft unter den widrigsten Bedingungen in Island hinter mir und jetzt bin ich hier auf einem Sportplatz im Osten Münchens, um zu zeigen, dass ich die Verfahren gemeistert habe und zusätzlich 60 Seiten über Luftfahrtrecht, Meteorologie, Navigation und Flugbetrieb internalisieren?
Aber dann erinnere ich mich an meine Erfahrungen in Island, als es dort kaum Regeln und Verbote gab. An den Touristen, der seine Drohne im März mit massiven Minustemperaturen über einen Wasserfall steuerte, um ein Foto zu machen. Wie die Drohne sofort im Sprühnebel eist und nur Zentimeter von der Klippe entfernt landete. Wie dieser Tourist beginnt zu gehen, ohne auf die Umgebung zu achten und erkennt nicht, dass er nur auf einem gefrorenen Schneegesims steht und dass er die 30 Meter hohen Felsen im nächsten Schritt in den Goafoss gefallen wäre. In einer aufwendigen 2-stündigen Aktion retteten wir schließlich die Drohne unter Seilschutz, während über unseren Köpfen weitere Drohnen schwärmen, die dasselbe Schicksal drohten.
Wie kann man also unterscheiden zwischen denen, die verantwortungsvoll handeln, und denen, die mit all dem Adrenalin (das zweifellos während des Fluges freigesetzt wird) sich selbst und andere kopflos und ohne entsprechendes Hintergrundwissen gefährden? Natürlich gibt es auch bei Tests keine Garantie, aber zumindest kann davon ausgegangen werden, dass das Wissen grundsätzlich vorhanden ist und hoffentlich im entscheidenden Moment abgerufen werden kann. Verlockend ist auch die Vorstellung, dass das nervige Summen und Brummen in der Luft über Naturschutzgebieten und an touristischen Plätzen geringer sein wird.

 

HDR-Fotografie, -Bearbeitung und -Drucke
Ich mache sehr selten HDR-Bilder mit meiner Spiegelreflexkamera – mit der Drohne ist das etwas anderes. Die installierte Kamera verfügt über einen viel kleineren Sensor und einen niedrigeren Tonumfang. Gerade wenn ich Schnee, Eis oder Wasser fotografiere, ist der Kontrast oft zu hoch. Nachdem der Gimbal die Kamera sehr gut stabilisiert hat, können Sie wunderbare HDR-Aufnahmen machen und sie dann später zum Beispiel in Adobe Lightroom komponieren. So können Sie sicher sein, dass sowohl die Person im Bild als auch der Hintergrund korrekt verfügbar gemacht werden. Ich kann mich noch daran erinnern, wie man in der Vergangenheit mit HDR und Panoramaaufnahmen Punkte im Bild definieren musste, um die Überlagerung richtig zu positionieren, heute übernimmt die künstliche Intelligenz der Programme wie von Zauberhand. Ich persönlich drucke lieber auf mattes Papier, zum Beispiel Hahnemühle laminiert auf Alu Dibond. Das bringt Texturen und Farben besonders gut zum Vorbringen. Wenn die Bilder an der Wand hängen, ist es fast wie ein Blick durch ein Fenster. Das ist genau die besondere Attraktion eines hochwertigen Drucks!

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Jana Erb
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